Rupperswil

Erweiterungsbau Primarschule


  • Projektwettbewerb selektiv

    1. Preis

  • Jahr

    2014 — 2017

  • Bauherrschaft

    Einwohnergemeinde Rupperswil

  • Bausumme

    14.2 Mio


Verlagerung der Mitte

Der Erweiterungsbau für die Primarschule Rupperswil verbindet bestehende und neue Gebäude zu einer zusammenhängenden Gesamtfigur, welche eine räumliche Neuordnung des Areals bewirkt: Der bis anhin eine Rückseite bildende Raum nördlich der bestehenden Primarschule wird zu einem zentralen Schulhof umgedeutet, der eine neue identitätsstiftende Mitte für die Primarschulanlage schafft. Durch seine starke Fassung bildet er ein räumliches Gegenstück zur offenen Pausenplatzlandschaft im Süden der Schule.

Frontalität und Präsenz

Das dreigeschossige Kopfgebäude gibt der Schule eine starke Präsenz zur Dorfstrasse. Es bildet ein Gegenüber zum alten Seetalschulhaus und interpretiert mit eigenen Mitteln die stolze Haltung des Baus aus der Jahrhundertwende. Zwischen den beiden Bauten entsteht ein Spannungsfeld, welches den zur Begegnungszone umgestalteten Strassenraum räumlich auflädt.

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Bernd & Hilla Becher, Kohlemine von Blegny
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Hybride Gebäudefigur

Das etwas schwierige, weil beziehungslose Nebeneinander der beiden Altbautrakte aus den 40er- und den 70er-Jahren wird durch das Hinzufügen eines dritten Teils entschärft, indem dieser als Vermittler auftritt und die einzelnen Teile zu einer komplexen Gesamtfigur umdeutet. Diese verschmilzt flügelartige Gebäudeteile mit Kopfbauten und ist formal und typologisch nicht mehr eindeutig beschreibbar.

Kontinuität und Analogie

Eine zusammenhängende Raumfolge von grosszügigen und gut belichteten Korridoren bindet alle Gebäudeteile zusammen. Durch 'unscharfe' Übergänge zwischen Alt und Neu wird die räumliche Kontinuität betont. Die nüchtern-pragmatische Materialstimmung des Bestandes, geprägt durch Kunststeinplatten und verputzte Wände, setzt sich im Neubau in interpretierter Form fort.

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Korridor im Altbau

Das Fenster zum Hof

Die Klassenzimmer befinden sich grösstenteils gegen Norden orientiert, wo das blendfreie Nordlicht eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre schafft, während der Korridor vom warmen Südlicht geflutet und so zum attraktiven Pausenraum wird; über diesen gelangt durch ein Innenfenster zusätzlich Licht in die Tiefe der Zimmer.